Teilrevision der Ortsplanung: Teilzonenplan PanGas

Eintreten:
Wir sind enttäuscht, dass der Gemeinderat nach den kritischen Voten der 1. Lesung (nicht nur von Seiten der Grünen) keinen Meter an der Vorlage geändert hat.
Die Grüne Fraktion steht dem Projekt weiterhin kritisch gegenüber. Wir schätzen zwar die
Erhaltung der schützenswerten Bauten, sowie die grüne und luftige Umgebungsgestaltung. In dieser Hinsicht ist das Projekt wahrlich vorbildlich und hebt sich positiv von anderen Projekten ab, bei welchen nicht annähernd so viel Rücksicht auf die bestehenden Strukturen und die Wohnqualität genommen wird.

Die „zentrale“ Frage für uns ist aber, ob dies der richtige Standort für solch hohe Bauten ist. In unserer Strategie zur räumliche Entwicklung der Gemeinde Kriens haben wir vor weniger als einem Jahr entschieden, dass bestehende Zentren weiter entwickelt und verdichtet werden sollen, in den peripheren Wohnquartieren jedoch weiterhin in zurückhaltender Höhe gebaut werden soll.
Nun wollen wir diese Strategie ohne Not bereits wieder über Bord werfen.
Wir sind überzeugt, dass in der Detail-Beratung ein guter Kompromiss möglich ist, welcher der Umsetzung des Projektes nicht verhindert, aber auch Rücksicht auf eine sinnvolle, nachhaltige Quartierentwicklung nimmt.
Die Grüne Fraktion ist somit einstimmig für Eintreten.

Detail-Beratung:
Zu 6. Antrag Höhe
Dies wird mit Bestimmtheit nicht die letzte Diskussion um höheres Bauen in Kriens sein.
Wir sind es den Krienser und Krienserinnen schuldige diesbezüglich eine klare,
nachvollziehbare Strategie zu fahren und nicht bei jedem neuen Bauwerk etwas Neues vor uns zu hinwursteln.
Entscheidungen, wo hohes Bauen zweckmässig und wo nicht, weckt immer Emotionen. Auf
der einen Seite wollen wir in gewissen Gebieten verdichtet Bauen, ohne die Wohnqualität des betroffenen Quartiers zu verschlechtern, auf der anderen Seite müssen wir aber auch so konsequent sein und die Höhe von Bauwerken dort beschränken wo sie nicht hinpassen und das Ortsbild und die Lebensqualität beeinträchtigen.
Einen sinnvollen Richtlinie für die Ortsentwicklung bildet unsere Strategie zur räumlichen Entwicklung der Gemeinde Kriens, welche wir gemeinsam verabschiedet haben.
Gemäss dieser Strategie ist ein so hoher Bau an einer peripheren Lage wie auf dem PanGas Areal nicht vorgesehen und auch nicht nachhaltig.

Gemäss dem Leitsatz im Absatz Siedlungsraum 2: Räumliche Entwicklung auf Nachhaltigkeit
ausgerichtet sollen „Bauliche Verdichtung und allenfalls Umzonungen an zentralen Lagen
vorgenommen werden“ in wild verteilt in Randgebieten.“
 Des Weiteren muss in bestehenden Siedlungsräumen (Absatz Siedlungsraum 3:
Bestehendes Siedlungsgebiet) die Zulässigkeit von Hochhäuser kritisch betrachtet
werden. Diese kritische Betrachtung hat hier nicht statt gefunden.
 Unter dem Titel Siedlungsraum 3: Bestehendes Siedlungsgebiet wird differenziert
betrachtet steht: „Die Zulässigkeit von hohen Häusern und Hochhäusern wird gestützt
auf das regionale Hochhauskonzept definiert.“
Klar – streng nach PBG gemessen, handelt es sich nicht um ein Hochhaus. Mit einer
Dachkanten-Höhe von 25.5 m „kratzt“ das Gebäude auf jeden Fall den Tatbestand der
Hochhausmarke von 22 m.
Wenn hier nun argumentiert wird, dass es sich bei diesem Gebäude um kein Hochhaus im
eigentlichen Sinn handelt, ist das juristische Haarspalterei, welche den Bürgern nur schwer zu erklären ist.
Zudem definiert das Hochauskonzept Hochhäuser unter anderem wie folgt:
„Hochhäuser sind als solche erkennbar, sobald sie sich im Umfeld in signifikanter Art durch
eine Mehrhöhe auszeichnen. Die Gebäude-Höhe muss dabei im Verhältnis zur Umgebung und dem Standort betrachtet werden. Im bestehenden Quartier erfüllt das Gebäude alles auch in diesem Sinn den Tatbestand eines Hochhauses.
Das Konzept scheidet dieses Gebiet nicht als für hohes Bauen geeignet aus.
Für uns Grüne ist es klar, dass das Gebäude in der vorgeschlagenen Höhe nicht Strategie
konform ist und mit einer Umzonung nicht einfach übergangen werden kann.
Wir können uns beim Entscheid zur Volksmotion Eichhof nicht auf das Hochhauskonzept und
unsere Ewnticklungs-Strategie berufen und diese bei diesem Projekt hier gänzlich ignorieren.
Da wir dem Projekt ansonsten positiv gegenüber stehen, schlagen wir Grünen als Kompromiss vor: die zulässige maximale Höhe des Bauwerkes um 2 Stockwerke auf 19.2 Meter zu reduzieren.
Jeder andere Entscheid eröffnet bei zukünftigen Bauwerken Tür und Tore für irgendwelche
Willkürentscheide.
Weder unsere Strategie zur räumlichen Entwicklung, noch das Regionale
Hochhauskonzept rechtfertigen die hohen Bauten in diesem Quartier.