Postulat: Machbarkeitsstudie Umfahrungstunnel, verkehrsfreies Zentrum mit Neugestaltung

Ein Umfahrungstunnel beflügelt die Phantasien in Kriens schon seit langer, langer Zeit. Warum braucht es keine Machbarkeitsstudie für einen Tunnel?

  1. Bevor man jedoch über eine Lösung nachdenkt, sollten wir die Probleme kennen.
  2. Lösungen zu verfolgen, die wir uns niemals leisten können und für die wir auch keinen Götti finden, der sie uns bezahlt, ist Zeit und Geldverschwendung und Träumerei.

Zum ersten Punkt: der Verkehrsrichtplan wird die Probleme aufzeigen, die es zu lösen gilt. Nachher kann man über mögliche Lösungen diskutieren. Es ist nicht klar, ob ein Tunnel die erhoffte Entlastung bringen würde. Zu den Stosszeiten, wenn die Leute nach Hause wollen, dann verteilt sich der Verkehr auf die ganze Fläche von Kriens. Die Leute wollen hinaus in die Quartiere und nicht auf einem Transit-Tunnel ans untere oder obere Ende. Die genauen Verkehrsströme muss der Verkehrsrichtplan aufzeigen. Profis sollen die Situation analysieren und Profis sollen Lösungen vorschlagen. Wenn sie dann das Gefühl haben, dass ein kürzerer oder längerer Tunnel einen wesentlichen Beitrag zur Problemlösung leisten, dann werden sie selber eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Machbarkeitsstudien auf Vorrat kosten nur und sind vielleicht gar nicht brauchbar, weil wichtige Punkte fehlen.

Zum zweiten Punkt: wieviel Geld können wir für einen Tunnel investieren in Kriens Sicher nicht viel, das wissen wir alle.

Am 8. Juli 2009 hat der Gemeinderat ein Postulat von Toni Bründler (083/2009) sehr detailliert beantwortet. Er hat mehrere Bauprojekte analysiert und eine schöne Tabelle mit den Kosten pro Kilometer Tunnel zusammengestellt:

  • Sachseln (1997) 52 Mio. / km
  • Giswil (2004) 64 Mio. / km
  • Zollhaus (2010) 86 Mio. / km
  • Lungern (2012) 74 Mio. / km

Es kann also davon ausgegangen werden, dass ein Tunnel in Kriens mindestens Fr. 90 Mio. / km kosten wird.

Uns wird der Tunnel nicht wie in Obwalden durch den Bund bezahlt. Auch im Strassenbauprogramm des Kantons ist dieser nicht vorgesehen, ein Vorstoss dazu von unseren Kantonsräten ist meines Wissens nicht hängig. Der Kanton hat Finanzprobleme und wird wohl keine zusätzlichen Projekte übernehmen.

Darum lehnen wir Grüne eine Machbarkeitsstudie ab. Es bedeutet viel Aufwand für die Verwaltung und kostet uns wohl zwischen Fr. 100’000 und 200 000. Für eine kostenbewusste Partei macht dies keinen Sinn, darum sind wir dagegen.