Stoppt das gesundheitsschädigende Glyphosat in Krienser Wohngebiet

Antwort der Grünen / GLP Fraktion auf die Beantwortung des Stadtrates zum Postulat Tomas Kobi – Votum von Cyrill Zosso

Pestizide haben einen gewissen Nutzen, sind jedoch ein zweischneidiges Schwert. Die Gefahren für Mensch und Umwelt sind in vielen Fällen nicht genügend geklärt. Obwohl wir hier in Kriens offenbar noch keine Rückstände im Grundwasser finden, sind negative Auswirkungen wahrscheinlich. Auf nationaler Ebene werden wir uns im nächsten Jahr stark mit diesem Thema beschäftigen müssen, mit der Trinkwasserinitiative und der Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide». Beide fordern ein Umdenken, damit wir endlich vorwärtskommen bei den «Umweltzielen Landwirtschaft».

Der hier vorliegende Bericht zeigt in Ansätzen auf, dass der Stadtrat gewillt ist, das Thema anzugehen. Und auch die Landwirte auf den Pachtbetrieben sind offen für Neuerungen, wie die erwähnten Versuche mit Hackrobotern zeigen.

Leider fehlen im Bericht aber jegliche Anhaltspunkte, in welchem Ausmass auf den gemeindeeigenen Pachtbetrieben Pestizide eingesetzt werden. Natürlich schränkt die finanzielle Lage der Stadt Kriens eine umfassendere Berichterstattung ein. Der interne Spielraum wird aus unserer Sicht aber nicht genügend genutzt. Die Stadt steht mit den Pachtbetrieben im Austausch, da wir als Stadt auch bei weiteren Massnahmen, wie Vernetzungsprojekten, auf eine gute Zusammenarbeit mit unseren Pachtbetrieben angewiesen sind.

Es wäre also sicherlich möglich gewesen, im direkten Austausch mit den Landwirten eine grobe Übersicht des Pestizideinsatzes zu erlangen. Vor allem auch, ob sie in heiklen Gebieten wie in der Nähe von Schulen oder Wohnhäusern eingesetzt werden. Dadurch könnte der Einwohnerrat die Dringlichkeit besser erfassen. Dieser interne Spielraum soll genutzt werden. Ansonsten erhalten wir in nächster Zeit wohl allzu viele Berichte, wo das Totschlagargument Finanzen prominent und mit inhaltlichen Diskussionen vermischt ins Feld geführt wird.

Des Weiteren wird erwähnt, dass eine Umstellung auf biologischen Landbau dem vorgebrachten Anliegen am nächsten käme. Zum letzten Mal wurde dieses Anliegen vor 13 Jahren diskutiert. Die Faktenlage hat sich in diesen 13 Jahren dramatisch verändert, mit dem Bericht zum weltweiten Zustand der Biodiversität ist dieselbe Dringlichkeit gegeben, wie bei Massnahmen zur Abschwächung des Klimawandels. Damit ist klar, dass diese Diskussion wieder aufgenommen werden muss.

Ich danke für den Bericht und freue mich, wenn der interne Spielraum in Zukunft mehr ausgenutzt würde. Besten Dank.

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